Jeunesses Musicales
Landesverband
Mecklenburg - Vorpommern e.V.

 





"Izzy Fuhrmann – ein deutsch–jüdischer Musiker

zwischen Verfolgung und Emigration"

 

Geschichte fühlen, erleben und begreifen, dass die Geschichte des Nationalsozialismus auch immer die Geschichte einzelner Personen ist.


Seit Januar 2006 haben sich Schüler des Schweriner Gymnasiums Fridericianum und des Goethe-Gymnasiums Schwerin mit der Geschichte einer Familie beschäftigt, die aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln die Diskriminierung und Verfolgung durch die deutschen Nationalsozialisten am eigenen Leibe spürte.

 

Im März 2006 lernten sie während zweier Projekttage in Berlin Brigitte Medvin kennen, die mit ihnen gemeinsam das Jüdische Museum besuchte und den Schülern in einem Workshop zum Umgang mit historischen Quellen zur Verfügung stand. So erfuhren sie von ihr, welche Kindheitserinnerungen ihr an die Zeit zwischen 1933 und 1945 noch bewusst waren, welche Erlebnisse ihr von den Eltern erzählt wurden. Sie stellte der Gruppe viele persönliche Dokumente wie Briefe, Fotos und Urkunden zur Verfügung.

 

Da es dem Direktor des Schweriner Konservatoriums, Herrn Volker Ahmels, gelungen war, einen Film, in dem Brigitte Medvins Vater Izzy Fuhrmann in einer kurzen Szene auftrat, im Berliner Historischen Museum aufführen zu lassen, konnte die Gruppe am Abend einen Eindruck von der Musik bekommen, die Izzy Fuhrmann spielte und liebte.


In den Monaten bis Anfang September 2006 beschäftigten sich die Schüler in Gruppen  sowohl mit der Geschichte der Familie Fuhrmann als auch mit den Ereignissen der „großen Geschichte", wie dem Antisemitismus, den Vorurteilen gegenüber den „Ostjuden", den Etappen der Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung durch die Nazis und auch mit dem Leben, Sterben und dem Widerstand im Warschauer Ghetto.

 

In der Ausstellung soll nicht nur gezeigt werden welches Schicksal die Familie Fuhrmann prägte, sondern auch, wie Erlebnisse dieser einzelnen Personen im Zusammenhang zur Geschichte an sich stehen.

 

An der Erarbeitung der Ausstellung waren beteiligt:

 

 

Sylvi Alm
Franziska Doliff
Kay Ernst
Susanna Gammius
Peter Grambow
Wiebke Hose
Alexander Kozhushner
Carolin Leu
Clemens Reich
Swetlana Rapoport
Tim Schonscheck
Nora Wendland
Matthias Nabert
Sebastian Oehmigen
Björn Schmidt
  


Die Ausstellung

Einleitung - Wie alles begann...

Es ist der 8. Mai 1995 in Los Angeles. Brigitte Medvin sitzt zu Hause vor dem Fernseher und sieht eine Reportage über das Ende des Zweiten Weltkrieges, das nun 50 Jahre zurückliegt. In der Fernsehsendung werden verschiedene, in Europa stattfindende Zeremonien gezeigt. Auch die USA wollen auf diese Art und Weise an die Opfer der damaligen Zeit gedenken. Die 61-jährige Frau sieht all diese Bilder an ihrem Gesicht vorbeiziehen, die für sie nicht nur irgendwelche Aufnahmen darstellen, sondern eine viel größere Bedeutung haben. Ihr Herz fängt schneller an zu schlagen, und sie fühlt sich nach so unendlich langer Zeit wieder in die NS-Zeit zurückversetzt.

 

In diesem Moment wird ihr das erste Mal seit einem halben Jahrhundert bewusst, dass auch sie Teil dieser Geschichte ist. Auf der anderen Seite ist ihr aber klar, dass sie eine ganz eigene Geschichte zu erzählen hat. Es ist wie eine gedankliche Reise in die Vergangenheit. Die Erinnerungen, wie sie als Kind während der Kriegsjahre in Europa gelebt hat, scheinen wieder da zu sein.


Brigitte Medvin sieht sie sich noch einmal in dem Film, in dem sie als Kind eine kleine Rolle hatte. Ohne lange nachzudenken, setzt sie sich mit dem polnischen Filmarchiv in Verbindung. Doch das Glück steht anfangs nicht auf ihrer Seite. Es vergeht viel Zeit. Hoffnung und Euphorie schwinden. Doch mit der Hilfe von Steven Spielberg hält sie letzten Endes doch ein Paket mit dem Film in der Hand, jenem Film, der nun schon 56 Jahre überlebt hat und für diese Frau eine viel größere Bedeutung hat, als sich wahrscheinlich irgendjemand vorstellen kann. Jeder, der in der Zeit danach diesen Film sieht, ermutigt sie, ihre bemerkenswerte und zugleich unglaubliche Geschichte zu veröffentlichen.

 

 

Wir, Schweriner Schüler, haben nun die Chance bekommen, dies zu tun und eine von vielen Geschichten der Vergangenheit zu erzählen. Eine ganz besondere Geschichte. Eine Geschichte mit „Happy End"!

 


Fotoexponate aus der Ausstellung

Brigitte mit ihrer Mutter
Brigitte mit ihrer Mutter

1. Bildzeile v.l.n.r. Tante Dolly u. Onkel Bruno, Brigitte am Klavier, glückliche Momente vor dem Krieg in Berlin

2. Bildzeile v.l.n.r. Brigitte, Izzy Fuhrmann u. Band, Brigittes Einschulung

1. Bildzeile v.l.n.r. Brigtte mit Mutter, Brigitte mit Vater und einem Bekannten des Vaters, am Wannsee nach dem Krieg

2. Bildzeile v.l.n.r. Schiff mit dem Fam. Fuhrmann in die USA auswanderte, Brigitte während des Studiums, Izzy Fuhrmann


Plakatexponate zur Familiengeschichte Fuhrmann 

Herkunft-der-Familie-des-Vaters_doc.pdf

162 K

Eltern-vor-1933_doc.pdf

263 K

Das_Leben_der_Familie_von1933_bis1939_doc.pdf

313 K

Das_Leben_Annemaries_und_Brigittes_während_der_Kriegsjahre_d.pdf

149 K

Vater_zwischen_1939_1945_doc.pdf

558 K

Familie-in-Deutschland1945bis1948_doc.pdf

258 K

Familie-in_den_USA-ab1948_doc.pdf

406 K


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